Über den Brand nehmen Kunden Ihre Produkte und Services wahr. Auch verbinden Sie bestimmte Emotionen mit Ihrer Marke. Der Employer Brand steht für alles, was Sie tun und kommunizieren, um (potenzielle) Mitarbeiter*innen zu adressieren. Sprich: Es geht dabei um Ihre Reputation als Arbeitgeber – das erste, was jemandem einfällt, egal ob positiv oder negativ, wenn jemand darüber nachdenkt, für Ihr Unternehmen zu arbeiten.

Wichtig ist, dass sich der Consumer Brand und der Employer Brand nicht komplett voneinander trennen lassen. Vielmehr handelt es sich dabei um die zwei verschiedenen Seiten einer Münze. Wenn Ihr Brand auf dem Markt schwach ist, erreichen Sie nicht die top Arbeitnehmer*innen, die Sie sich vielleicht wünschen würden. Kümmern Sie sich nicht fachkundig um Ihre Angestellten oder können Sie die Erwartungen an Ihren Brand nicht erfüllen, wird auch der Eindruck leiden, den Kunden von Ihrem Unternehmen haben.

Warum ist Employer Branding wichtig?                

Employer Branding spielt deshalb eine wichtige Rolle, weil Sie sich damit vom Mitbewerb abheben können. Wenn Sie und Ihr Konkurrent ähnliche Positionen zu besetzen haben, wird das Unternehmen, das sich am besten bei potenziellen Mitarbeiter*innen präsentiert, auch die besten Bewerber*innen anziehen. Mit einer starken Arbeitgebermarke unterstreichen Sie die Werte, die Sie leben, und die Vorzüge, von denen Ihre Belegschaft profitiert. Gerade in Zeiten eines hart umkämpften Arbeitsmarktes ist es essenziell, die richtigen Mitarbeiter*innen für sich zu gewinnen, die nicht nur über die notwendige Expertise verfügen, sondern auch hinsichtlich der Unternehmenskultur zu Ihnen passen – im Fachjargon auch „Cultural Fit“ genannt. Mit einem ausgeprägten Employer Brand werden Sie definitiv weniger Schwierigkeiten beim Recruiting haben.

Wie entwickeln Sie eine Employer Branding Strategie?

Schritt 1: Employer Brand Audit

Um eine effektive Employer Branding Strategie zu entwerfen, gilt es zunächst zu verstehen, wie Ihr Unternehmen derzeit von außen wahrgenommen wird. Ebenfalls ist es wichtig, sich selbst zu hinterfragen und zu analysieren wie sich Ihr Betrieb bzw. dessen Außenwirkung für Sie intern darstellt. Der erste Schritt zur Employer Branding Strategie ist also ein Audit Ihrer Arbeitgebermarke. Schenken Sie dafür Ihren Mitarbeiter*innen Gehör:

  • Errichten Sie eine Kommunikationsplattform für Ihre Mitarbeiter*innen, auf der diese sich austauschen und miteinander kommunizieren können.
  • So lernen Sie die positiven wie auch die kritischen Elemente Ihrer Unternehmenskultur besser kennen.
  • Zudem entsteht mit der Plattform eine Community, mit der Sie offen in den Dialog treten, ihre Meinung einholen, Feedback zu bestimmten Themen einfordern und Einblicke in die Abteilungen erhalten können.
  • Hören Sie, was Ihre Mitarbeiter*innen zu sagen haben! Denn niemand kennt Ihre Kunden besser als Ihr Team, das Tag für Tag mit ihnen zu tun hat.
  • Nutzen Sie die Erkenntnisse daraus, um sich ein Bild über die Außenwahrnehmung Ihres Unternehmens zu machen und daraus Rückschlüsse auf Ihre Arbeitgebermarke zu ziehen.

Auf dieser Basis sehen Sie, was in Ihrem Betrieb gut funktioniert und was vielleicht verbesserungswürdig ist, um sich für potenzielle Bewerber*innen als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren.

Schritt 2: Das Werteversprechen

Nach dem ausführlichen Audit gilt es im nächsten Schritt, die Werte zu definieren, die Ihr Unternehmen für Jobsuchende interessant macht:

  • Was stellt Ihr Unternehmen dar?
  • Wofür steht Ihr Unternehmen?
  • Was möchten Sie mit Ihrem Unternehmen erreichen?

Um Ihnen ein Beispiel zu nennen: Wir, die Sitel Group, folgen dem Leitbild „Customer Experience beginnt mit einem motivierten Team“. Der Mensch steht bei uns von Anfang an im Mittelpunkt. Die Wertschätzung und Anerkennung unserer Mitarbeiter*innen ist seit jeher fest in unserer Unternehmenskultur verankert. In Kombination mit der Verwendung neuester Technologien und einem flexiblen Arbeitsumfeld über sämtliche Joblevels hinweg präsentieren wir uns als moderner Arbeitgeber, dessen Team einen maßgeblichen Teil zum Unternehmenserfolg beiträgt.

Lassen Sie Ihre Mitarbeiter für Ihren Employer Brand sprechen

Es zählt nicht nur, Ihre Werte zu formulieren. Vielmehr sollten sie vor allem Ihre Mitarbeiter*innen so authentisch wie möglich nach außen tragen – etwa über folgende Kanäle:

  • Die eigenen Social Media Plattformen
  • Bewertungsportale wie Glassdoor oder Kununu

Wichtig dabei:

  • Motivieren Sie Ihr Team, sich zu Ihnen als Unternehmen aus Arbeitnehmersicht zu äußern.
  • Rufen Sie Ihre Leute dazu auf, dabei ehrlich zu sein.
  • Gute Anlässe für Bewertungen auf Kununu & Co sind etwa der interne Jobwechsel oder wenn jemand die Karriereleiter emporklettert.
  • Nehmen Sie sich die Zeit, die Bewertungen zu lesen und zu analysieren.
  • Antworten Sie den Mitarbeiter*innen mit persönlichen Nachrichten und keinen Standard-Floskeln.
  • Keine Angst vor negativen Kommentaren – mit der richtigen Antwort können Sie verärgerten (Ex-) Mitarbeiter*innen oftmals schnell den Wind aus den Segeln nehmen.
  • Nutzen Sie die Chance und lernen Sie aus den Bewertungen für Ihr Unternehmen.
  • Nehmen Sie sich potenzielle Anregungen zu Herzen und beziehen Sie diese in Ihre Entscheidungen mit ein.

Recruiting: Bewerbungs- und Onboardingprozess

Neben den Unternehmenswerten sind ein professioneller Bewerbungs- und Onboardingprozess weitere wichtige Elemente des Employer Brand. Hierbei gilt es zu beachten:

  • Erstellen Sie eine professionelle Karriereseite (integriert in Ihre Webseite).
  • Dort sind nicht nur die offenen Stellen zu finden, sondern auch weiterführende Informationen für Bewerber*innen.
  • Definieren Sie die einzelnen Schritte des Bewerbungsprozesses und stellen Sie diese so transparent wie möglich dar.
  • Erklären Sie, gerne auch mit Grafiken, was nach Eingang der Bewerbung passiert und wie es für die Bewerber*innen weitergeht – etwa mit dem Vorstellungsgespräch.
  • Sorgen Sie dafür, dass Sie mit Ihrer Karriereseite die Erwartungen der Bewerber*innen treffen und zumindest in dieser Phase keine Fragen offenbleiben.
  • Gehen Sie auch auf den Onboardingprozess ein, damit die Bewerber*innen ein Gefühl dafür bekommen, wie eine Einarbeitung vonstattengeht.

Employer Branding: Die Mitarbeiter*innen als Markenbotschafter

Mit der richtigen Strategie kann Employer Branding einen maßgeblichen Teil dazu beitragen, den Recruiting-Prozess zu erleichtern, Positionen können schneller besetzt und damit Kosten gesenkt werden. Nicht vergessen sollten Sie dabei, dass der Employer Brand lebt und sich stets mit Ihrem Unternehmen weiterentwickeln sollte. Motivieren Sie Ihr Team, sich aktiv daran zu beteiligen, denn sie sind glaubwürdige, wirkungsvolle Markenbotschafter!

 

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Hamza Sezgin